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Fotofestival Lenzburg «forever happy»

8. Mai bis 7. Juni 2026
Foyer

 

Das Fotofestival Lenzburg ist erneut zu Gast im Stadtmuseum Aarau. Die Ausgabe 2026 stellt das Motto «forever happy» ins Zentrum und hinterfragt das Glück in seinen unendlichen Permutationen und Widersprüchen. Oft als kritische, weil oberflächliche Kategorie abgetan, erscheint Glück heute als treibende Kraft in unserem Leben. Wir alle suchen unser Glück an unterschiedlichen Orten: Wie können uns Bilder helfen zu verstehen, was Glück ist und wo seine Grenzen liegen? 

Im Schlosspark wird das Projekt «Beach epiphany» des brasilianischen Künstlers Rodrigo Koraicho gezeigt. Vor dem lebhaften und paradoxen Hintergrund von Miami Beach befasst sich Rodrigo Koraichos Langzeitprojekt mit der Schnittstelle zwischen Identität, Kapitalismus und Umwelt. «Beach Epiphany» fängt die Schönheit und Widersprüche einer Küste ein, an der Klimakrise, Immobilienambitionen und soziale Spannungen aufeinandertreffen. Durch seine ehrliche Beobachtungsfotografie reflektiert Koraicho den Strand sowohl als demokratischen Raum als auch als Ort der Ungleichheit, an dem die Sonne zwar für alle gleichermassen scheint, kulturelle und wirtschaftliche Unterschiede jedoch weiterhin deutlich zu spüren sind. Seine Arbeit lädt die Betrachter:innen dazu ein, hinter die Oberfläche der Freizeit zu blicken und subtile Wahrheiten im Alltag zu entdecken. 

Rodrigo Koraicho ist ein multidisziplinärer Künstler mit Sitz in São Paulo, Brasilien. Er wurde 1985 geboren und schloss sein Studium der Sozialkommunikation an der Universität der Schönen Künste in São Paulo ab. Ausserdem hat er einen Master-Abschluss in Ästhetik und Kunstgeschichte von der Universität São Paulo.

Das Projekt «Echoes of uncertain silence» im Foyer zeigt Bilder des mexikanischen Fotografen Yael Martínez. Die jüngsten Migrationsverordnungen der neuen US‑Regierung verschärfen die Unsicherheit und Risiken für Hunderttausende Menschen entlang des gewaltgeprägten lateinamerikanischen Migrationskorridors, während Ärzte ohne Grenzen (MSF) im Laufe des Jahres 2025 einen starken Anstieg von Migrant:innen in informellen Lagern in Mexiko‑Stadt beobachtet hat. Der Magnum-Fotograf Yael Martínez besuchte mehrere Einsatzorte von Ärzte ohne Grenzen in Mexiko‑Stadt und dokumentierte Migrant:innen, die infolge stark eingeschränkter legaler Asylwege gestrandet sind und zwischen einer Rückkehr in ihre Herkunftsländer und einem prekären Verbleib in Mexiko abwägen müssen. Er begleitete ausserdem das Comprehensive Care Center (CAI) von Ärzte ohne Grenzen, das Migrant:innen mit schweren physischen und psychischen Traumata nach Erfahrungen wie Entführung, Folter oder sexueller Gewalt umfassend betreut. Durch die Bearbeitung seiner Fotografien mit Säuren, Tinten und Acrylfarben thematisiert Martínez den Kampf zwischen Erinnerung und Vergessen sowie zwischen Überleben und Widerstand.

Yael Martínez wurde 1984 in Guerrero geboren.  Er ist als freiberuflicher Fotograf für Magnum Photos tätig. Im Jahr 2019 gewann er das W. Eugene Smith-Stipendium des W. Eugene Smith Memorial Fund.

Beide Ausstellungen sind kostenlos zugänglich (kein Festivalpass nötig).

Eröffnungswochenende am 10. Mai 2026, 14.30 Uhr