Luftbilder.
Form, Farbe, Struktur

Peter Koehl wurde 1954 in New York geboren, in Mannheim zum Industriefotografen ausgebildet, arbeitete in Offenburg in der Modefotografie, in Zürich bei Jost Wildbolz, als freier Fotojournalist für das Tages Anzeiger Magazin, dozierte in St. Gallen «Neue Medien» an der Schule für Gestaltung und wohnt seit 2015 in Aarau. Als professioneller Fotograf ist er es gewohnt, mit verschiedenen Techniken und Formaten zu arbeiten – Fachkamera, Mittel- und Kleinbildformat, Video8 und High8, Digitalisierung, Photoshop, Drohnenbilder.
Ein Drohnenflug kann im Alltag und Privatleben stören, aber er kann auch Bilder unverschämter Schönheit der Welt von oben auf die Erde herunterbringen. Peter Koehls Aufnahmen von Mai 2017 bis April 2018 erinnern an Georg Gerster. Er ist der Meister, der die Luftaufnahme zum Flugbild entwickelte. Seine Aufnahmen für die Plakate der SWISSAIR prägten während zwei Jahrzehnten den Auftritt der Fluggesellschaft und unsere Wahrnehmung. Eine andere Referenz ist der Experimentalfilm Koyaanisqatsi (1982) von Godfrey Reggio. Der Film reiht assoziativ Zeitlupe- und Zeitraffer-Sequenzen aneinander, kommt ohne Dialoge oder handelnde Personen aus und reflektiert kritisch die Eingriffe des Menschen in die Natur. Peter Koehl spielt in seiner Komposition für 4k-Monitore mit Makro- und Mikrokosmos, Verdoppelung und Auflösung, mit Abstraktion und Konkretem, mit Form, Farbe, Struktur. Schönheit wird mit Distanz geschaffen, Menschen sind unbedeutend, ihre Eingriffe omnipräsent.