Türöffnung: 19.15 Uhr
Ab 19.30 Uhr Audio-Installation begehbar
20.00 Uhr Beginn Performance anschliessend Live-Set Tizia Zimmermann
Ende: ca. 21.15 Uhr
Abendkasse: 25 CHF, ermässigt 15 CHF
Ein Performance-Projekt von Dominique Rust/ Clarissa Herbst/ Michael Wolf
Musikkomposition Martin Schütz
Wir befassen uns in «Speaking in Tongues» mit verschiedensten Phänomenen von Stimmen und fragen uns, inwieweit und wie lange man sich an die Stimme eines Menschen erinnern kann. Was bleibt von der Stimme eines Menschen, der gestorben ist zurück und gibt es Möglichkeiten, mit den Toten in Verbindung zu treten? «Speaking in Tongues» besteht aus drei Teilen, die alle zusammen an einem Abend zu sehen und zu hören sind: Als Prolog eine Audio-Installation mit Aufnahmen aus unserer Sammlung von Telefonbeantworterstimmen von 1995-2019 - dann die Performance - und für den Epilog laden wir einzelne zeitgenössische Musiker:innen und Klangkünstler:innen ein, die im Kontext zur Audio-Installation live improvisieren.
Künstlerische Freiheit braucht langen Atem
Kontinuität und eine gute Portion Hartnäckigkeit sind die Basis für die Entwicklung eines künstlerischen Werks. Was als filigranes, gewagtes Experiment beginnt, kann sich so über die Jahre zu einer eigenständigen Handschrift entwickeln.
Clarissa Herbst, Dominique Rust und Michael Wolf arbeiten seit 1997 an der Entwicklung einer originären Performance-Sprache. Die Anfänge der Zusammenarbeit von Herbst und Rust reichen sogar bis in die späten Achtzigerjahre zurück.
Das Arbeitsprinzip des Trios speist sich aus zwei Elementen: ausgiebigen Recherchen zu den gewählten Themen und der Gleichberechtigung aller gewählten Ausdrucksmittel. Vor allem Letzteres ist prägend für ihre künstlerische Handschrift. Sprache, Musik, Raum, Objekte, Video und Licht werden konsequent als dramaturgisch ebenbürdige Elemente verhandelt. In einem intensiven, rund zwei Monate dauernden Improvisations-Prozess, der mehr einer Atelier-Situation entspricht, entwickeln Herbst, Rust und Wolf die einzelnen Elemente und Szenen auf Grundlage der recherchierten Assoziationsfelder.
So entsteht eine Schichtung von Materialien, die sich nach und nach zu einer Partitur auswächst. Abläufe und einzelne Elemente werden zwar definiert, Räume für Improvisation bleiben jedoch offen. Über die Endform der gesamten Performance wird meist erst kurz vor der Aufführung entschieden. Es gilt das Prinzip: keine Routine, so wenig Absicherung wie möglich. Eine Art ergebnisoffene Forschungsarbeit mit den Mitteln der Kunst.
Die geschilderte – zuweilen auch riskante – Arbeitsweise erfordert Unabhängigkeit und formale Freiheit. Diese garantiert sich das Team, in dem es alle Produktionsmittel selbst in der Hand hält: von der gemeinsamen Autorenschaft, über die Grafik, das Fundraising bis zur Kommunikation. Diese maximale künstlerische Autonomie und Eigenständigkeit ist der rote Faden, der sich durch die beinahe drei Jahrzehnte andauernde Arbeit des Trios zieht.
Idee/Konzept/Realisation/Auswahl Tondokumente
Dominique Rust/ Clarissa Herbst/ Michael Wolf
Performer
Dominique Rust/ Michael Wolf
Raum/Objekte/Video/Grafik
Clarissa Herbst
Musikkomposition
Martin Schütz
Video
Elias Gamma
Tontechnik
Rebecca Vonlaufen
Weitere Vorstellungen
Freitag 11.10.2024
Ab 19.30 Uhr Audio-Installation begehbar
20.00 Beginn Performance anschliessend Live-Set Levent
Samstag 12.10.2024
Ab 19.30 Uhr Audio-Installation begehbar
20.00 Beginn Performance anschliessend Live-Set Martin Schütz
Im April 2024 ist folgender Artikel über unsere Arbeit im FRIDA-Magazin erschienen:
https://fridamagazin.ch/artikel/zu-besuch-bei-herbst-rust-und-wolf/