Im Rahmen der Ausstellung «Netzwerk Schweizer Pressefotografie» laden wie Sie zum Workshop «Bildberabeitung analog» ein.
Freistellen, abdunkeln, retuschieren, kolorieren – wie haben Bildbearbeitungen im analogen Zeitalter funktioniert? Die Fotoretuscheurin und Fotorestauratorin Nadine Reding führt in die Geschichte und Technik des Retuschierens ein und gibt Anhand von Beispielen aus dem Ringier Bildarchiv Einblicke in die gekonnte Handarbeit. Versuchen Sie sich selbst mit dem Retuschepinsel!

«Die Retouche wurde für die weitere ästhetische Entwicklung der Photographie entscheidend. Mit ihr setzte der künstlerische Verfall der Photographie ein, denn wird sie nicht mit äusserster Vorsicht angewandt, so wird durch sie gerade die charakteristische Eigenschaft der Photographie, die getreue Wiedergabe, aufgehoben. Der nun einsetzende Missbrauch der Retouche entkleidete die Photographie völlig ihres Wesens.» In diesem Zitat spricht Gisèle Freund (1908-2000) Fotografin und Fotohistorikerin die feine Grenze zwischen Retusche und Bildmanipulation an. Sie verweist auf eine ethische Frage, die bereits 150 Jahren vor der Erfindung von Photoshop oder Instagram-Filtern hoch aktuell war.

Im Workshop erhalten Sie eine kurze Einführung in diese Geschichte und lernen die Technik des Retuschierens kennen. Anschliessend können Sie selbst Barytabzüge kolorieren, ausflecken und mit verschiedenen Farben retuschieren – alles von Hand!

Der Workshop wird von Nadine Reding geleitet. Sie absolvierte eine 4-jährige Lehre als Fotoretuscheurin und schloss diese schweizweit als letzte dieser Art ab. Nach einem Restaurierungspraktikum studierte sie an der Berner Fachhochschule Restaurierung und Konservierung von Grafik, Schriftgut und Fotografie. Während des Studiums nutzte sie jede freie Minute, um entweder in Wien bei einem renommierten Fotorestaurator oder in Rochester bei Kodak ein Praktikum zu machen, um so viel wie möglich aus der Praxis zu erlernen. Seit 2004 führt sie ihr eigenes Atelier fokore für Fotorestaurierung. Nebenher arbeitete sie in verschiedenen Institutionen.

Anzahl Teilnehmende beschränkt. Anmeldung bis 1. Juni 2018 auf museum@aarau.ch
Eintritt: Museumseintritt