Im Rahmen der Ausstellung «Netzwerk Schweizer Pressefotografie» zeigt das Stadtmuseum den Film «Blow-up» (1966, GB/I) von Michelangelo Antonioni.
Darin lichtet ein Fotograf heimlich ein Liebespaar im Park ab. Im Labor macht er Vergrösserungen und meint, Indizien für einen Mord zu entdecken. Der Film thematisiert das Realitätsversprechen der Fotografie und deren grundsätzliche Mehrdeutigkeit. Diese auch für die Pressefotografie wichtigen Aspekte werden vor dem Film in der Kurzführung durch die Ausstellung «Netzwerk Schweizer Pressefotografie» besprochen.

Wie andere optische Geräte vermag der Fotoapparat sichtbar zu machen, was fürs menschliche Auge nicht wahrnehmbar ist. Mit dem Mittel der Vergrösserung versucht der Protagonist in «Blow-up» der Wahrheit auf die Spur zu kommen. Doch anstatt der gewünschten Klarheit lösen sich die Formen und Konturen auf, bis nur noch das Korn des Films zu sehen ist. Aus dem vermeintlichen Beweis wird ein körniges, abstraktes Muster, in dem viel oder nichts gesehen werden kann.
Neben den medientheoretischen Überlegungen inszeniert Antonioni die Momenthaftigkeit, Dynamik und Spontaneität Londons pulsierender Kunst- und Modeszene, welche der Protagonist Thomas mit seiner Kleinbildkamera festhält. Ob er in einem Obdachlosenheim heimlich Bilder schiesst oder von den Fotomodels laszive Posen fordert, das Machtgefälle zwischen Fotograf und Portraitierten wird eindrücklich sichtbar.
Die Rolle des Fotografen und die Beziehung zu den abgelichteten Personen, das manipulative Potenzial der Fotografie sowie die technischen Möglichkeiten der analogen Fotografie sind Themen, die auch in der Kurzführung um 19 Uhr besprochen werden. Dazu werden spannende Beispiele aus der Ausstellung «Netzwerk Schweizer Pressefotografie» ausgewählt. Eine kurze Einführung in das Schaffen Antonionis und die Verortung seines Films «Blow-up» machen den Abend zu einem spannenden und bereichernden Kinoerlebnis.

19.00 Kurzführung in der Ausstellung «Netzwerk Schweizer Pressefotografie» und einführendes Gespräch mit der Museumsleiterin Kaba Rössler und der Co-Kuratorin Laura Aellig
20.00 Film «Blow-up!» (1h 51m)

Eintritt:
Es gelten die Eintrittspreise des Stadtmuseums.