Erbaut wurde das Stollensystem in der Zeit von 1791 bis etwa 1811 durch Johann Rudolf Meyer Sohn. Er war der älteste Sohn des Seidenbandindustriellen Johann Rudolf Meyer, bekannt als Vater Meyer. Rudolf Sohn genoss eine breite naturwissenschaftliche Ausbildung, was ihm hervorragende Kenntnisse in Chemie und dem Handwerk des Seidenfärbens verlieh. Zweck des Stollenbaus war es dann auch, frisches und sauberes Wasser zu sammeln und dieses einem Laboratorium und einer Färberei in den Untergeschossen seiner Villa zu zuführen; die Villa kannte man später als Feer-Villa und ist heute das Pfarramt der katholischen Kirche. Gleichzeitig dienten die Stollen Rudolf Meyer Sohn zur Entwässerung seines Grundstückes.

In einer zweiten Etappe ab 1807 wurde mit dem Bau einer neuen Fabrik (1810) ein unterirdisches Wasserrad ins System eingebaut, welches zur Energiegewinnung genutzt wurde. Mit dem Wasserrad wurden nun Kalander und Mange für die Appretur/Veredelung der Seidenbänder und ein Blasbalg für die Färberei angetrieben. Entgegen der weit verbreiteten Meinung stand in dieser Fabrik keine mechanische Bandweberei. Diese Entwicklung hielt in der Schweiz erst später (ab 1830) Einzug.

Die Stollen werden später, durch die Familie Feer, vermutlich noch etwas ausgebaut, um die Leistung des Wasserrades (bis zu 50l/s) zu erhöhen. Damit erreichte das System die bis heute bekannte Länge von rund 1700 Metern.

Nach 1860 setzte die Familie Feer an Stelle des Wasserrades eine Turbine ein, um noch mehr Energie zu erzeugen. Diese ist bis 1881 in Betrieb. Schliesslich wurden 1888 die letzten Stauvorrichtungen aus den Stollen entfernt.

Der geologische Fachmann und wohl auch Mitinitiant hinter dem Stollenbau war der beste Freund von Rudolf Meyer Sohn, Samuel von Gruner.  Er war Bergwerksdirektor im Bergwerk Küttigen und vermittelte wohl seine Bergwerksarbeiter. Gearbeitet wurde von Hand im Schichtbetrieb und entsprechend dem damaligen Stand der Technik.

Entgegen der verbreiteten Meinung, wurden die Stollen nicht illegal erstellt. Meyers begannen unter ihrem eigenen Grundstück ausserhalb der Stadt zu graben, was ihnen als eine der reichsten Familie niemand verbot. Deshalb bemühten sie sich auch nicht um eine Konzession. Diese erhielten sie dann 1826 gegen die Bezahlung eines Entgeltes bzw. einer Steuer. Dass man fast gar nichts über das unterirdische Treiben erfuhr, hatte weniger mit dem Stollenbau zu tun, als vielmehr damit, dass Meyers in Bezug auf die Färberei und die Veredelung der Stoffe der lokalen Konkurrenz voraus waren und so Industriespionage verhindern wollten.