Beim Bau des neuen Bahnhofes Aarau wurden im 3. Untergeschoss (UG) die Meyerstollen auf einem Teilstück von ca. 10 m. Länge angeschnitten und unterbrochen. In der Baubewilligung zu diesem Neubau hat der Stadtrat Auflagen und das Anliegen formuliert, die Eingriffe in das frühindustrielle Bauwerk auf ein Minimum zu reduzieren. Dies führte dazu, dass sich die SBB bereit erklärte, auf die im 3. UG vorgesehenen Archivräume zu Gunsten eines Ausstellungs- und Zugangsraums zu den Meyerschen Stollen zu verzichten und diese Fläche der Stadt gratis abzutreten.

Die Finanzierung und Ausführung oblag dann der Stadt Aarau. Der Einwohnerrat hat an seiner Sitzung vom 26. März 2007 für die baulichen Vorkehrungen und Ausstattung des Ausstellungsraumes einen Verpflichtungskredit von 650’000 Franken bewilligt. Die SBB und der Kanton Aargau beteiligten sich je mit einem finanziellen Beitrag ebenfalls an diesen Erstellungskosten.In der Folge beauftragte das Stadtbauamt Aarau die Castellani Melbourne Zumbach Architekten GmbH Aarau mit der Planung des Ausstellungsraums. Mit dem Baufortschritt des Bahnhofneubaus wurde dieser ab Herbst 2008 im felsigen Baugrund, mit einem Volumen von rund 300 m3, kavernenartig ausgehoben. Die so entstandene Ausweitung definiert die heutige rund 120 m2 grosse Ausstellungsfläche vom «Aufschluss Meyerstollen».

Der Begriff «Aufschluss» definiert im Bergbau eine Stelle an der Erdoberfläche, die den unverhüllten Gesteinsuntergrund zu Tage treten lässt. Vom neu geschaffenen Präsentationsraum aus bietet sich nun heute nicht nur die Möglichkeit, das Stollensystem  auf einem kurzen, aber sehr eindrücklichen Teilstück in natura kennen zu lernen, sondern auch dazu, die Zugänge für periodische Kontroll- und Unterhaltsarbeiten für das Stollensystem südlich der Hauptpost zu nutzen.