Installation von Jacqueline Weiss und Kathrin Siebenhaar

Im Wechselspiel zwischen hell und dunkel, Schärfe und Unschärfe bauen sich Projektionen auf und ab. Fünfzehn Minuten dauert das inszenierte Spiel mit dem Licht zwischen Nacht, Dämmerung und Tag. Der Aufenthalt in der dunklen Kammer verändert den Blick auf die Stadt. Häuser wachsen dem Boden entgegen, Wolken legen einen Teppich aus, die Welt steht Kopf. Hoch oben im alten Turm lädt ein Tagtraum zum Flanieren und Verweilen ein.

Das optische Phänomen der camera obscura (lat. camera ‹Kammer, Zimmer›; obscura ‹dunkel›) ist seit mehr als 2000 Jahren bekannt: Fällt Licht durch eine winzige Öffnung in ein dunkles Zimmer, entsteht auf der gegenüberliegenden Wand eine auf dem Kopf stehende, seitenverkehrte Projektion von Gegenständen, die ausserhalb dieser Kammer sind. Wie klar und deutlich diese Bilder erscheinen, hängt von den Lichtverhältnissen und der Grösse der Öffnung ab.

Damit in diesem Raum auf unterschiedliche Wetter- und Lichtverhältnisse reagiert werden kann, sind einfache Linsen und Irisblenden montiert. Die Blenden öffnen und schliessen sich und regulieren die Lichtmenge, ähnlich wie Pupillen.

Die Bilder in den Rahmen sind Lichtprojektionen in Echtzeit, Livebilder der Aussenwelt, die ohne Webcam oder Technik in dieser dunklen Kammer entstehen.